Das war er also... Das war (nach dem Abschiedsfest am Sonntag) am Montagabend der letzte Kneipenabend in der „Bunten Katze“ von Wirtin Petra von Schenk. Vor 30 Jahren hat sie die Kultkneipe eröffnet. Am Dienstag war ihr erster Tag in Rente, für die „Katze“  Tag 1 des Dauerruhestandes.

Aber: So schnell geben Stammgäste und Stammtische und andere nicht auf, ein Förderverein soll gegründet werden (was wegen zeitlicher Probleme jetzt nicht möglich war) und bewahren, was alle mögen: Ambiente, Gemütlichkeit, Livemusik, Lesungen, Offene Bühne und und und. Denn wie heißt es so schön: In jedem Ende liegt ein neuer Anfang. Das sehen auch die rund 50 (2G-ausgewiesenen) „Katze“-Fans so, die am Montagabend den Raum füllten.

Initiator Eberhard Arnold, treuer Stammtischler und Nachbar, erinnerte an das hohe Ziel, die „Bunte Katze“ am Leben zu erhalten, und musste dann unweigerlich über Geld sprechen. 2.000 Euro im Monat, so hatte er ausgerechnet, müsste man erwirtschaften, und das an vier Öffnungstagen. „Können wir das leisten?“ stand als Frage im Raum, etwa dank der Beiträge der Mitglieder eines noch zu gründenden Kulturvereins „Bunte Katze“? Zumal sich die Einnahmen nicht kalkulieren lassen, wusste die Wirtin. Mal kamen 100 Gäste zur Livemusik, mal zehn, mal sei die Kneipe unter der Woche rappelvoll, mal sei sie mit der Hilfe allein Zuhaus. Im Folgenden wurde viel gerechnet, ging es um Personal, Wareneinkauf, Nebenkosten, Schanklizenz, Versicherungsbeiträge und mehr.

Erkenntnis aus der Runde: Die „Bunte Katze“ als Verein wirtschaftlich zu kalkulieren, gehe in die Hose, selbst wenn man zum Beispiel 100 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr nehme; von der sozialen Komponente mal abgesehen. Bedenken wurden laut: Im Verein hafte der Vorstand; Arbeitseinsätze der Mitglieder würden nicht funktionieren; das Konzept müsse um Veranstaltungen erweitert werden, die Geld bringen; eine 450 Euro-Kraft, besser zwei, sollte das Heft in der Hand haben.

Viele Argumente pro und contra folgten – und ein Vorschlag von Peter Turczak, vor allem als Organisator der „Golden Oldies“ mit derlei Themen vertraut. Der Verein soll die Finger von der Gastronomie lassen und jemanden suchen, der sie übernimmt. Der Verein unterstützt ihn, indem er die Pacht (800 Euro) zahlt. Das Konzept bewähre sich beim Dünsbergverein.

 Und ein gemeinnütziger Verein könne sich um Spender, Sponsoren und Zuschüsse bemühen, das sei nicht die Sache des Wirtes. Die „charmante Idee“ wird weiterverfolgt. Relativ schnell herrschte Konsens, was den Mitgliedsbeitrag angeht: fünf Euro im Monat (freiwillig gerne mehr).

Aber vor all dem muss der erste Schritt gemacht werden, muss es den Verein geben. Und eine Satzung. Für die soll das Regelwerk des Fördervereins „Franzis“ Pate stehen. Eine Arbeitsgruppe, die sich schnell zusammenfand, will einen Entwurf erarbeiten,  der bei der für 25. Oktober um 19 Uhr angesetzten Gründungsversammlung vorliegen soll.

Die „Bunte Katze“ ist dann zwar geschlossen, die Wirtin im Urlaub und nicht dabei, aber aus der Riege der Helfer übernimmt einer für diesen Abend die Rolle des Gastgebers. Und den Service, den können die Stammgäste leisten – und dafür trainieren, die „Katze“ aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.

 

Text: Gert Heiland (WNZ) – Vielen Dank für die Zurverfügungstellung!

 



Der „menschelnde“ Kultort

Es ist ein Ort der Kultur, der Kult ist; ein Ort des Entspannens, des Nachdenkens, der Gespräche über, ja, Gott und die Welt. Beim gepflegten Bier, einem Wein oder auch alkoholfrei, bei Ingwertee (wer’s mag), Cola oder Kirschsaft, auch das geht. Und ein Ort für Musik, so fast jedes Wochenende, wenn Musiker - mal alleine, mal gemeinsam - musizieren und nicht nur Stammgäste mitfeiern.

 

Im Jahre 19O1 bekam der Urgroßvater der Wirtin, Petra von Schenk, Hannes Reinhardt die Schankgenehmigung für den Saalbau Reinhardt. Was früher der Tanzsaal war, wurde 1949 zum Kino „Tivoli“.  1991 kam die „Bunte Katze“ und mit ihr die Tierchen zur Kneipe: Etwa 4OO Katzenfiguren sitzen auf Schränken und Regalen, dazu Katzenbilder und Tierpostkarten, alles Urlaubsgrüße der Stammgäste. Das Konzept der Kneipe: „Behaglichkeit und Lebendigkeit“, so wie eine ruhende Katze gemütlich wirkt, aber voller Temperament steckt. Daher auch der Kneipenname.

Seien Sie herzlich eingeladen, im Mikrokosmos „Bunte Katze“, der am Eichentresen und in hölzernen Sitzecken jedem seinen Ruhepol bietet.


Impressionen des letzten Katzenjams